Katzen,
Körper, Krieg der Knöpfe.
Reden von Paulus Hochgatterer (2011,
Deuticke).
Besprechung von Peter Pisa im Kurier, Wien, 3.2.2012:
In "Katzen, Körper, Krieg der Knöpfe" redet Paulus Hochgatterer: von Kindern und Sprache, von seinem Doppelberuf als Kinderpsychiater und Schriftsteller – von der Zumutung, die Literatur manchmal sein muss, wenn Kinder schreien, wenn Kinder verstummen, wenn Kinder tot sind.
Es sind tatsächlich Reden; und weil er auch vor ganz speziellen Leuten auftrat, gehören auch ein "alliterationsaffiner Anankast" dazu und "anankasmusaversive" Menschen. Aber da sollte man durch.
Dann kommt, was man nicht so rasch vergisst.
Sei es, wenn der 50-Jährige "Krieg der Knöpfe" (1961) als "den überzeugendsten
Film, den es über das Kindsein gibt" preist.
Lieblingssatz: "Gleichheit ist, wenn keiner bezahlen muss."
Oder von seiner Lehrerin erzählt, die die mit roten Strichen übersäten Aufsätze
seines legasthenischen Mitschülers Hans in den Schaukasten am Gang stellte.
Oder wenn Hochgatterer ein Container-Fundament für unsere Kinder baut.
Vier Seitenteile.
1.) die Usancen pflegen – also Kekse backen, selbst zu den grantigsten
Pubertierenden lächelnd "Guten Morgen" sagen.
2.) Details hochhalten – die Kekse verzieren, die eigenen Kenntnisse (auch
wenn’s nur die Fortpflanzung der Farne betrifft) artikulieren.
3.) sehr viel erzählen.
4.) zum Konflikt ermutigen und dabei durchaus Emotionen riskieren.
Und unbedingt auf den Deckel des Containers verzichten: damit die Jungen den Sturm spüren ...
Um solches zu hören, würde man sich noch mehr "Anankasmus" (Zwangsstörung) gefallen lassen.
KURIER-Wertung: **** von *****
[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.kurier.at]
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